Hans-Theodor Mehring SJ

Zwischen Erwachsenentaufe und Wiedereintritt.

Zur Arbeit der "Katholischen Glaubensorientierung"

Ein Student der Sozialpädagogik macht über mehrere Monate ein Praktikum in einem von Ordensschwestern geleiteten Kinderheim in Afrika. Der Einsatz der Ordensfrauen für die ihnen anvertrauten Kinder, die religiöse Motivation ihres Engagements veranlaßt ihn, für sich selbst die Frage nach Gott und Kirchenmitgliedschaft zu stellen. Er kommt nach seiner Rückkehr zu mir, nicht, um über seinen Glauben mit mir zu reden - dieser ist für ihn zu einer Grundüberzeugung geworden -, sondern um die "Rahmenbedingungen" seines Glaubens zu klären. Zur Feier der Taufe, Firmung, Kommunion lädt er seine nicht mehr praktizierende katholische Mutter, seine ungetaufte Schwester, seine evangelisch getaufte Freundin und mehrere Kommilitoninnen und Kommilitonen mit unterschiedlichsten religiösen Einstellungen ein.


Eine spätere Arzthelferin kommt als kleines Kind aus der ehemaligen DDR mit ihren glaubenslosen Eltern nach Westdeutschland, kann in der Schule als "Gast" am Religionsunterricht teilnehmen, begegnet über ihren katholischen Mann und ihre katholischen Schwiegereltern erstmals ernsthaft dem Glauben an Gott und der katholischen Kirche, entdeckt anläßlich einer schweren Krankheit ihrer Mutter das Gebet, wird durch die katholische Taufe ihres Kindes bewegt, sich selbst taufen zu lassen. Bald wollen sie und ihr Mann auch katholisch-kirchlich heiraten.


Ein ungetauftes Kind ungetaufter Eltern chinesischer Abstammung besucht eine katholische Grundschule und nimmt am Religionsunterricht teil. Mit seinen Klassenkameraden bereitet sich der Junge auf die Erstkommunion vor und hat den sehnlichsten Wunsch, mit ihnen zusammen das Altarsakrament zu empfangen. Er nimmt die Vorbereitung sehr ernst und besucht über Monate Sonntag für Sonntag die heilige Messe. Begleitet wird er dabei immer von seinem Vater. Am Osterfest wird das Kind getauft, am Weißen Sonntag empfängt es den Leib des Herrn, wird Meßdiener. Der Vater, der seinen Sohn weiterhin zu den Gottesdiensten begleitet, bittet nach einem Jahr darum, durch das Sakrament der Taufe Christ zu werden. Dank der bald zweijährigen Teilnahme am Gottesdienst habe er in seinem aufgewühlten Leben endlich innere Ruhe und den Frieden mit sich selbst gefunden. Er verdanke dies alles Gott. Zwei Jahre später kommt die Mutter des Jungen und bittet gleichfalls um die Taufe.


Eine promovierte Volkswirtschaftlerin, evangelisch getauft, verliebt sich in einen katholischen Chefarzt. Ihm zuliebe konvertiert sie zur katholischen Kirche. Die

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